Schüler:innen feiern den 220. Geburtstag von Vinzenz von Zuccamaglio
Erasmianer erinnern zusammen mit dem Geschichtsverein und dem Ortsverein des BUND an Vinzenz von Zuccamaglio (Schlebusch 26.5.1806 – 21.11.1876 Grevenbroich).
Noch im Klassenraum kündigte Geschichtslehrer Till Krewer den Schüler:innen der 11. Klasse an: Auf dem Grab von „Monti“ werdet ihr eine eher ungewöhnliche Grabbepflanzung vorfinden. Vor der letzten Ruhestätte von Vinzenz Jakob von Zuccamaglio wurde der Geschichtskurs der Stufe elf schon von Ulrich Herlitz vom Geschichtsverein sowie von Rolf Behrens und Knud Hansen von der Ortsgruppe des BUND erwartet, um gemeinsam an den 220. Geburtstag von Zuccalmaglio zu erinnern. Und tatsächlich: Auf dem Grab von Zuccamaglio alias Montanus befinden sich zwei Apfelbäume der Sorte Zuccamaglios Renette, die sein Schwiegersohn Uhlhorn Junior gezüchtet und seinem Schwiegervater gewidmet hatte. Folgerichtig wurde das historische Erinnern an den berühmten Bürger Grevenbroichs durch den Vorsitzenden des Geschichtsvereins, Ulrich Herlitz, durch einen pomologischen Vortrag von Herrn Behrens und Herrn Hansen von der Ortsgruppe des BUND interdisziplinär ergänzt.
Erst vor sechs Wochen feierte das Erasmus-Gymnasium seinen 165. Geburtstag – einer der Schulgründer war Vinzenz Jakob von Zuccamaglio, der ursprünglich aus Schlebusch (Berg. Land) stammte. Seit 1854 wohnte Montanus in Grevenbroich und arbeitete als Notar, betätigte sich publizistisch als Chefredakteur der Grevenbroicher Zeitung und des Nationalen Wochenblatts, war zeitweilig Präsident des BSV, gründete den Liederkreis, einen über 100 Jahre existenten Männergesangsverein und erwarb sich Verdienste um die Bewahrung des lokalen Kulturguts in zahlreichen Publikationen. Ferner agitierte er in der Zeit des Kulturkampfes scharf gegen das Unfehlbarkeitsdogma des Papstes und förderte die Gründung einer konfessionsübergreifenden höheren Bildungsanstalt in Grevenbroich. Mit der Zeichnung von zehn Aktien im Vorfeld der Gründung der Höheren Bürgerschule, wie die Vorläuferschule des heutigen Erasmus hieß, war Zuccamaglio einer der maßgeblichen Förderer der ersten höheren Bildungsanstalt in Grevenbroich.
Die von katholischen, evangelischen und jüdischen Bürgern Grevenbroichs gleichberechtigt und auf Augenhöhe gegründete Lehranstalt wurde durch ein paritätisch besetztes Kuratorium, dem auch Zuccalmaglio angehörte, geleitet. Toleranz, Respekt und gegenseitige Achtung im Glauben waren damals im katholischen Rheinland etwas Besonderes und sind ihrer Zeit voraus gewesen…
Zum Abschluss war das Bronzeporträt (siehe Foto) am Grab von Montanus noch ein Thema. Ulrich Herlitz wusste zu berichten, dass das Relief von dem 1881 errichteten Montanus-Denkmal an der Lindenstraße stammt. Dieses wurde im Krieg zerstört und am Grabdenkmal auf dem Friedhof an der Montanusstraße angebracht, während die Denkmalsäule in Vergessenheit geriet und schließlich auf der Orkener Müllkippe landete. Erst 1994 wurde das Montanus-Denkmal an historischer Stelle und vor dem seinerzeit neuen Einkaufszentrum Montanushof („Monti“) wieder errichtet, maßgeblich für die Wiedererrichtung hatte sich der damalige Vorsitzende des Geschichtsvereins Dr. Friedrich Schmitz eingesetzt…
Wir sagen „Gratulamur, Montane!“ und bedanken uns sehr herzlich bei Ulrich Herlitz, Knud Hansen und Rolf Behrens.
Rund um den 150. Todestag von „Monti“ im November d. J. ist eine Gedenkfeier am Montanus-Denkmal in der Lindenstraße geplant. Geschichtslehrer Till Krewer sagte spontan zu, sich im November zum 150. Todestag mit der Schulgemeinde an der Pflanzung zweier weiterer Apfelbäume durch Schülerinnen und Schüler zu beteiligen.









