Engagiert, kritisch und immer im Gespräch
Engagiert, kritisch und immer im Gespräch - elf Jahre Schulpflegschaftsvorsitz am Erasmus
Der 05. Oktober 2026 markiert eine Zäsur in der Geschichte des Erasmus-Gymnasiums. Denn an diesem Tag endete nach 11 Jahren die Amtszeit von Merle Scheuerer als Schulpflegschaftsvorsitzende des Erasmus-Gymnasiums. Seit 2015 vertrat sie als Nachfolgerin von Renate Glees und Jens Reibiger die Elternschaft unserer Schule. Etwa zeitgleich mit unserem ehemaligen Schulleiter Dr. Michael Collel übernahm sie ihr Amt und begleitete seitdem zahlreiche Veränderungen und viele personelle Wechsel an unserer Schule – eine neue Schulleitung, viele Lehrkräfte und Mitarbeitende sowie unzählige Schülerinnen und Schüler. Eine blieb: Merle Scheuerer.
Ihre Zusammenarbeit mit der Schulleitung war von Beginn an durch einen regelmäßigen, persönlichen und offenen Austausch geprägt. Der wöchentliche Jour fixe mit dem Schulleiter gehörte fest zum schulischen Alltag. Dabei ging es um aktuelle Entwicklungen, anstehende Entscheidungen und die vielen kleinen und großen Fragen des Schullebens. Merle Scheuerer war eine Gesprächspartnerin, die Klartext sprach, keine Diskussion scheute und auch unbequeme Themen offen ansprach. Zugleich war sie stets bestens informiert, aber auch bereit, andere Perspektiven einzubeziehen und sich mit den hier und da auch behindernden Rahmenbedingungen schulischen Handelns auseinanderzusetzen.
Auch die Zukunft des Erasmus-Gymnasiums gestaltete sie, nicht zuletzt durch ihre Mitarbeit im Arbeitskreis Zukunft Erasmus, aktiv mit. Auch hier brachte sie immer eigene Ideen ein, hinterfragte bestehende Strukturen und suchte auf diese Weise nach Möglichkeiten, die Schule weiterzuentwickeln.
So kritisch sie Entwicklungen begleitete und Verbesserungen einforderte, so verlässlich stand sie gleichzeitig hinter ihrer Schule. Wenn es darum ging, die Interessen des Erasmus-Gymnasiums nach außen zu vertreten, war sie eine starke Fürsprecherin. Damit verkörperte sie, was eine gute Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternschaft auszeichnet: konstruktiven Austausch, gegenseitigen Respekt und den gemeinsamen Willen, Verantwortung zu übernehmen.
Die Amtszeit von Merle Scheuerer war von manchen Veränderungen und Herausforderungen geprägt, erwünschten und von der Schule initiierten wie auch solchen, die von außen an die Schule gestellt wurden. Hierzu zählen etwa die Verleihung des Labels Europaschule, die gemeinsame Bewältigung der Corona-Pandemie, die tiefgreifenden Umstrukturierungsprozesse im Zuge der Digitalisierung oder zuletzt die Diskussion um die bauliche Erweiterung des Schulgebäudes. All diese Entwicklungsphasen hat Merle Scheuerer engagiert begleitet und die Perspektive der Elternschaft eingebracht.
Neben den großen Themen verlor Merle Scheuerer aber auch die kleinen, konkreten Anliegen des Schulalltags nie aus dem Blick. Ob es um einen Wasserspender in der Mensa oder eine Tasse Tee für Schülerinnen und Schüler während der Corona-Pandemie ging, als aufgrund der notwendigen Lüftung selbst im Winter bei geöffneten Fenstern unterrichtet werden musste: Stets hatte sie ein Gespür dafür, was den Alltag erleichtern und den Menschen an unserer Schule guttun konnte.
Zugleich reichte Ihr Einsatz weit über das Erasmus-Gymnasium hinaus. So war und ist ihr die Unterstützung von Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, ein besonderes Anliegen. Insbesondere die Integration junger Menschen, die nach Deutschland kommen, liegt ihr bis heute am Herzen, etwa im Rahmen ihres Engagements für MentForMigra.
Liebe Merle Scheuerer,
wir, die Schulleitung und das Kollegium des Erasmus, danken Ihnen stellvertretend für alle, die an dieser Schule leben, lernen und arbeiten, für elf Jahre außergewöhnlichen Einsatz, für Ihre klare Haltung, Ihre Beharrlichkeit und Ihre Verbundenheit mit dem Erasmus-Gymnasium. Wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute, wo auch immer sie Ihre Kraft einsetzen wollen und werden, und hoffen sehr, dass Sie dem Erasmus-Gymnasium auch ohne Amt und Funktion weiterhin verbunden bleiben. Als bekennender Ostfriesin sagen wir Ihnen daher:
„Mange Dank för all de Johrn!“








